Text zählen, umwandeln, aufräumen

Zeichen zählen, Schreibweise umstellen, Platzhaltertext erzeugen: kleine Aufgaben, die im Schreiballtag ständig auftauchen und in einem Textprogramm erstaunlich umständlich sind. Alles hier rechnet im Browser, dein Text wird nirgends gespeichert.

Zählen ist selten nur Zählen

Fast jede Textvorgabe im Alltag ist eine Zahl: 2600 Zeichen für einen Zeitungsbeitrag, 3000 für eine Seminararbeit pro Seite, 300 für eine Produktbeschreibung, 160 für eine Meta-Description, 2200 für eine Instagram-Bildunterschrift. Textprogramme können das zwar auch, verstecken die Zahl aber in einer Statusleiste oder einem Dialogfeld und aktualisieren sie nicht beim Tippen.

Zeichen- und Wörterzähler zeigt Zeichen mit und ohne Leerzeichen, Wörter, Sätze und Absätze gleichzeitig und rechnet beim Schreiben mit. Das klingt banal, ändert aber die Arbeitsweise: Man kürzt gezielt, statt hinterher festzustellen, dass man 400 Zeichen zu lang ist.

Wichtig ist, vorher zu klären, welche Zahl überhaupt gemeint ist. Im deutschsprachigen Raum sind vier Zählweisen gebräuchlich, und sie liefern für denselben Text sehr unterschiedliche Ergebnisse. Zeichen inklusive Leerzeichen ist der Standard an Hochschulen und in der Übersetzungsbranche. Zeichen ohne Leerzeichen taucht in Ausschreibungen und bei manchen Verlagen auf. Wörter sind im Journalismus und im Online-Bereich üblich. Die Normseite, historisch 30 Zeilen zu 60 Anschlägen, also 1800 Zeichen, hält sich hartnäckig im Literaturbetrieb. Wer eine Vorgabe bekommt, in der nur eine nackte Zahl steht, sollte nachfragen — der Unterschied zwischen 40000 Zeichen mit und ohne Leerzeichen ist ein ganzes Kapitel.

Groß- und Kleinschreibung: mehr als eine Schreibweise

Das nachträgliche Umstellen der Schreibweise wirkt wie eine Nebensächlichkeit, bis man eine Überschriftenliste, einen Datenexport oder eine versehentlich mit Feststelltaste getippte Passage vor sich hat. Groß- und Kleinschreibung ändern stellt zwischen den gängigen Varianten um: alles klein, alles groß, jeder Wortanfang groß, Satzanfang groß.

Im Deutschen gibt es dabei eine Eigenheit, die englischsprachige Werkzeuge regelmäßig verunstalten: Substantive werden großgeschrieben, Überschriften aber nicht durchgängig in Wortanfangsgroßschreibung gesetzt. Was im Englischen als Title Case korrekt aussieht, wirkt im Deutschen falsch. Für deutsche Überschriften ist die Satzschreibweise die richtige Wahl — nur der erste Buchstabe und die Substantive groß. Für Dateinamen, Codebezeichner und Datenbankschlüssel wiederum ist Kleinschreibung ohne Umlaute die sicherste Variante, weil Umlaute und Eszett je nach System unterschiedlich kodiert werden und beim Austausch zwischen Betriebssystemen kaputtgehen können.

Ein zweiter Punkt betrifft das Eszett: Die Großschreibung von „ß" ist seit 2017 offiziell als „ẞ" möglich, verbreitet ist aber weiterhin die Ersetzung durch „SS". Beide Varianten sind zulässig, nur sollte man sich innerhalb eines Dokuments für eine entscheiden.

Platzhaltertext richtig einsetzen

Wer ein Layout, eine Seitenvorlage oder ein Formular gestaltet, braucht Text, bevor es Text gibt. Blindtext-Generator liefert die passende Menge auf Knopfdruck — als Absätze, Sätze oder Wörter.

Zwei Dinge lohnen sich dabei zu wissen. Erstens ist das klassische Lorem ipsum kein Zufallsgebilde, sondern eine seit Jahrhunderten in Setzereien verwendete Verstümmelung eines Cicero-Textes. Seine Buchstabenverteilung ähnelt der lateinischen Schriftsprache und damit grob auch dem Englischen. Für deutsche Layouts ist das eine Fehlerquelle: Deutsche Wörter sind im Schnitt spürbar länger, zusammengesetzte Substantive erzeugen Zeilen, die im Blindtext nie vorkommen. Ein Entwurf, der mit Lorem ipsum perfekt aussieht, kann mit echtem deutschem Text umbrechen.

Zweitens ist Blindtext ein Sicherheitsnetz: Er ist als Platzhalter sofort erkennbar. Wer stattdessen echten Text aus einem anderen Projekt einsetzt, riskiert, dass dieser Text versehentlich in die Veröffentlichung wandert. Das passiert häufiger, als man denkt, und ist regelmäßig peinlich.

Warum das lokal läuft

Texte, die man zählen, umstellen oder aufräumen will, sind fast nie fertig. Es sind Entwürfe: die Kündigung, die noch nicht abgeschickt ist, das Anschreiben, das noch überarbeitet wird, das Kapitel, das noch niemand lesen soll, der interne Vermerk. Solche Inhalte in ein Formularfeld auf einem fremden Server zu kopieren, ist eine Entscheidung, die man selten bewusst trifft.

Die Werkzeuge hier ersparen sie: Die Verarbeitung passiert vollständig auf deinem Gerät, das Ergebnis erscheint beim Tippen, und nichts davon verlässt den Browser. Nebenbei ist das auch schlicht schneller — es gibt keinen Absendeknopf und keine Wartezeit.

Häufige Fragen